Ein roter Faden zieht sich durch die Sammlung

 Das "Niersteiner Paläontologische Museum" stellt seine Schätze im ersten Stock des alten Rathauses zur Schau. In vier Räumen sind an den Wänden und in Tischvitrinen alle die paläontologischen Funde aufgehängt und ausgelegt, die seit drei Jahrzehnten zunächst von einem Einzelnen, Arnulf Stapf, späterhin auch unter Mithilfe seines Sohnes Harald und vieler Freunde zusammengetragen wurden.

Durch die Sammlung zieht ein dicker " r o t e r F a d e n ", der alles verbindet: die Fossilien. Für den Eingeweihten sind es aber viele E i n ze l f ä d e n , die sich ihm zuhauf präsentieren. Diese Fäden bestehen sowohl aus verschiedenen S c h w e r p u n k t e n als auch aus besonderen Einzelstücken.

Ein gewichtiger Schwerpunkt liegt dabei sozusagen vor der Haustür: das Rotliegende von Nierstein und seiner Umgebung (mit vielerlei Fährten, fossilen Pflanzen sowie urtümlichen Fischen und Amphibien).

Andere sammlungsmäßige Schwerpunkte haben Arnulf Stapf - und seit vielen Jahren auch sein Sohn Harald - von weit hergeholt, wie etwa: Devonische Fische aus Schottland - Uramphibien, Fährten und Pflanzen aus dem Saar-Nahe-Gebiet - Mollusken aus dem Alttertiär des Pariser Beckens - Fische und Insekten aus dem Tertiär von S-Frankreich und Rheinhessen - Pflanzen und Insekten aus dem voreiszeitlichen Willershausen - Versteinertes Holz aus dem Raum Leipzig..

Ein anderer "roter Faden", der durch die Sammlung zieht, ist die Erdgeschichte. Dieser jahrmillionenlange Faden führt vom Kambrium bis zur Eiszeit, wobei typische Fundstücke aus den einzelnen Erdzeitaltern in den entsprechend beschrifteten Vitrinen belegt sind. Dieser chronologische Faden wird im folgenden als Richtschnur genommen, um einzelne ausgewählte Stücke textlich vorzustellen. Eine solche Auswahl muß erfolgen, denn ein Katalog aller Stücke würde ins Uferlose abgleiten. Sicherlich hätte der eine oder andere Besucher noch einen Text zu diesem oder jenem Stück gewünscht, aber dafür gibt es zahlreiche Lehrbücher, aus denen er seinen Wissensdrang auch nach dem Museumsbesuch stillen kann. Vielleicht sind es gerade diese Lücken, die den Besucher zu einem neuerlichen Besuch im "Niersteiner Paläontologischen Museum" anregen.

Erdgeschichtliche Zeittabelle. - Die im folgenden Text erwähnten Fundpunkte sind jeweils den einzelnen Zeitabschnitten zugeordnet.


Texte soweit nicht anders angegeben:
Dr. Klaus Naumburg, Bad Soden; Dr. Heinz Malz, Bramsche; Christian Keller, Ginsheim

Bilder sofern nicht anders angeben:
Gerhard Lichter, Biberach an der Riß, Dr. Klaus Naumburg, Bad Soden

Copyright:
Freunde des Niersteiner Paläontologischen Museums e.V.